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Italo startet 2028 in Deutschland: schnelles Internet per Starlink

26 neue Hochgeschwindigkeitszüge bestellt das italienische Bahnunternehmen Italo bei Siemens, dazu eine Option auf 14 weitere. Velaro-Modelle, 320 km/h schnell, 450 Sitze, drei Klassen, ein Bistrowagen. Gebaut in Krefeld, gewartet in Dortmund. 3,6 Milliarden Euro kostet der Markteintritt, rund 3 Milliarden davon gehen an Siemens. 2.500 neue Jobs sollen entstehen. Fahren will Italo ab Mitte 2028 auf zwei Achsen: von München über Köln nach Dortmund und von München über Berlin nach Hamburg. 18 Städte, 50 Fahrten am Tag. Die Bundesnetzagentur hat den Weg freigemacht, indem sie festgelegt hat, welche Trassen die Deutsche Bahn-Tochter DB InfraGO für Wettbewerber räumen muss, wenn es Nachfrage gibt. Ein einzelner Anbieter darf dabei je nach Festlegung maximal 60 bis 75 Prozent der betreffenden Fernverkehrskapazität erhalten.

Warum das schnelle WLAN für dich zählt

Das eigentlich Spannende steckt aber nicht im Fahrplan, sondern in den Wagen: 5G und Starlink. Das Satelliteninternet von SpaceX soll das Bord-WLAN speisen, gerade da, wo das Mobilfunknetz am Gleis Lücken hat. In Italien rüstet Italo die eigene Flotte bereits um. Über 400 Mbit/s bei Tempo 300, sagt der Betreiber nach eigenem Test.

Löst der Satellit das Funkloch damit endgültig? Nicht ganz. Reißt die Sicht zum Himmel ab, reißt die Verbindung ab. Im Tunnel und in großen Bahnhofshallen hilft kein Satellit. Dann soll 5G einspringen. Doch das klappt nur da, wo der Tunnel überhaupt Mobilfunk hat. Das ist aber heute auch nicht anders, wenn du mit einem ICE der Deutschen Bahn oder mit einem FlixTrain unterwegs bist. Wo kein Mobilfunk, da kein WLAN im Zug. Künftig ändert sich das immerhin dort, wo der Zug unter freiem Himmel fährt. Wie viel Starlink bringt, zeigt ein Test der tschechischen Bahn. Der Satellit schwächelte dort nur auf rund 3 Prozent der Strecke. Das Handynetz auf 15 Prozent. Das sagte ČD-Manager Radek Nechleba gegenüber Radio Prague International, gestützt auf Messungen des tschechischen Telekomamts.

Bemerkenswert ist der Schritt noch aus einem anderen Grund. Die Deutsche Bahn hat Starlink schon 2024 ausprobiert, gemeinsam mit ihrem WLAN-Ausrüster Icomera. Ihr Fazit damals: Die Technik müsse noch weiterentwickelt werden. Italo wagt es trotzdem.

Mehr Züge heißt nicht mehr Bahn

So gut mehr Auswahl und Wettbewerb bei der Bahn klingt: Neue Anbieter fahren nicht auf einem freien Schienennetz. Sie brauchen Trassen, also feste Fahrwege zu festen Zeiten. Und die sind auf den Hauptstrecken knapp. Ausgerechnet Italos Wunschkorridore zählen zu den vollsten im Land. Jeder zusätzliche Zug dort kann bedeuten, dass ein anderer weichen muss. Ob Italo also wirklich neue Verbindungen bringt oder nur bestehende umverteilt, steht dahin. Warum ich den neuen Bahn-Wettbewerb kritisch sehe, habe ich bereits vor einigen Monaten aufgeschrieben.

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