
Elon Musk, der reichste Mann der Welt, hat ein neues Spielzeug entdeckt: unser Portemonnaie. Da ihm seine App X noch nicht genug Einblick in das Leben von Millionen von Menschen gibt, möchte er nun auch unser Bankangestellter sein. Mit „X Money“ verspricht der Tesla-Chef nichts Geringeres als das finanzielle Paradies innerhalb einer App, in der Menschen sich eigentlich nur gegenseitig beschimpfen. Mit 6 Prozent Zinsen lockt er die Massen, ein Wert, bei dem jeder klassische Bankberater nervös an seinem Krawattenknoten rumfuchtelt. Wer bisher bei der örtlichen Sparkasse für ein paar mickrige Zehntelprozent betteln musste, für den klingt das Angebot wie ein Lottogewinn ohne Einsatz. Doch es gibt mehrere Haken an der Sache. Und Alternativen aus Deutschland.
Zinsen gegen den totalen Einblick
Das erste Problem ist: X Money wird es zunächst einmal nur in den USA geben. Aber: Bereits zu Beginn des Jahres kündigte Musk an, die Super-App weltweit auszurollen. Doch sollte es so weit kommen, dürften die deutschen Behörden wahrscheinlich ganz genau hinsehen, bevor wir hierzulande auch nur einen Cent von diesen Traumzinsen sehen. Einer der Gründe: Musk möchte im Tausch für die hohen Zinsen und das versprochene Geld-zurück-beim-Shoppen vor allem den totalen Einblick in das Leben der Nutzer. Und das gibt er auch zu: „Wir wollen, dass man sein ganzes Leben über die X-App abwickeln kann.“ Wer nicht drauf warten will, muss sich seinen finanziellen Profit selbst zusammenbauen. Das ist gar nicht so schwer, wenn man weiß, welche Apps man wie kombinieren muss, um das Maximum aus seinem Geld herauszuholen.
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Wer die Vision der Alles-App mag, findet in Revolut ein Pendant aus Großbritannien, das bereits fast alles kann. Dort lassen sich zwischen Krypto-Handel und Urlaubsversicherungen auch Konten führen, man kann Aktien und ETFs kaufen und verkaufen und sogar die nächste Reise buchen. Die KI-gestützte Analyse der Ausgaben ist hier längst Standard. Eine Metallkarte zum Bezahlen gibt es optional. Revolut ist damit das Kaufhaus unter den Finanz-Apps, glänzend und effizient, wenn auch ohne 6 Prozent Zinsen.
Alternativen aus Deutschland
Wenn man aber wirklich scharf auf die Zinsen ist und zusehen will, wie das Geld von ganz allein wächst, lohnt sich ein Blick auf das Duo aus Trade Republic und Finanzguru. Trade Republic ist ein deutscher Online-Broker mit Vollbanklizenz und bietet meist hohe Zinsen auf nicht investiertes Guthaben. Dabei orientiert man sich am EZB‑Einlagensatz. Hinzu kommt ein Saveback-System von einem Prozent, das direkt in einen Sparplan fließt, wenn man mit Karte zahlt. Damit man aber nicht den Überblick verliert und das gewonnene Geld sofort wieder für überteuerte Handyverträge ausgibt, kommt der Finanzguru ins Spiel. Dieser digitale Aufpasser analysiert mithilfe von künstlicher Intelligenz Ausgaben, findet versteckte Kostenfresser und sagt einem recht präzise, wo man sein Geld unnötig aus dem Fenster wirft. Das spart am Ende vielleicht sogar mehr ein, als Musk mit seinen 6 Prozent jemals auf das Konto zaubern könnte.
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Wer es noch bodenständiger mag, greift zur C24 Bank. Die Finanz-App stammt vom Check24-Vergleichsportal und spielt technisch gesehen in der ersten Liga mit. Hier sucht die künstliche Intelligenz im Hintergrund ständig nach Sparpotenzialen in den laufenden Verträgen. Wie? Die App schaut sich die Kontoauszüge an und erkennt sofort, wenn man irgendwo zu viel bezahlt, sei es für den Strom oder die Versicherung. Und dann schlägt die C24 App direkt einen günstigeren Weg vor. Währenddessen liegt das Geld sicher unter dem Schutz der deutschen Einlagensicherung und erwirtschaftet 3 Prozent Zinsen beim Tagesgeld. Es ist vielleicht weniger glamourös als eine Metallkarte von X, aber im Zweifelsfall ist ein funktionierender Stromtarifwechsel lukrativer als die vage Hoffnung auf die Großzügigkeit eines Tech-Milliardärs.
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