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Unschuldige Autofahrer sollten Bußgelder fürs Falschparken zahlen – kann jeden treffen

Das Phishing gehört zweifelsohne zu den gefährlichsten Betrugsmaschen unserer Zeit. So gut wie jeder Internetnutzer kam schon einmal in Kontakt mit einer gefälschten E-Mail. Diese Form des Betrugs ist massentauglich, doch aufgrund moderner Sicherheitsfilter nicht mehr ganz so gefährlich. Also setzen Kriminelle gehäuft auf Quishing, Smishing, Vishing und Co, wobei die Maschen immer ausgeklügelter und die Täter technisch versierter werden. Das zeigt auch der aktuelle Fall. Die Leidtragenden: parkende Autofahrer.

SMS-Blaster im Kofferraum sorgt für Millionenschaden

In der Schweiz wurden zuletzt gleich mehrere Fälle von Smishing, also SMS-Phishing, gemeldet. Grundsätzlich keine neue Betrugsmasche, jedoch gingen die Täter dieses Mal deutlich raffinierter vor. Anstelle eines normalen Anrufs setzten sie nach Angaben von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) einen sogenannten SMS-Blaster ein, um aus ihrem Kofferraum Phishing-Nachrichten an nahegelegene Smartphones zu verschicken.

Das Besondere an einem SMS-Blaster ist, dass dieser Kurznachrichten direkt an Mobiltelefone im Umkreis von 500 bis 1.000 Metern überträgt, indem er das Signal einer legitimen Mobilfunkantenne simuliert. Ferner zwingt das Gerät verbundene Handys ins 2G-Netz. Dieses bietet nämlich eine bekannte Schwachstelle (Null-Cipher), dank der sich Nachrichten ohne gegenseitige kryptografische Prüfung zwischen Handy und Mobilfunkmast zustellen lassen. Und auch die Absender-Telefonnummern können die Täter mittels Spoofing manipulieren.

Ein beschlagnahmter SMS-Blaster Image source: SRF

Dieses Set-up nutzten die Täter, um SMS mit einer angeblichen Parkbuße von 40 Franken zu verschicken. Zudem enthielten die Nachrichten einen Link, der auf eine gefälschte Bußgeld-Plattform führte. Sämtliche hier eingetragenen Daten, inklusive Banking-Informationen und Zugangsdaten, landeten bei den Cyberkriminellen – und können fortan dazu genutzt werden, um die betroffenen Bankkonten zu kapern. Insgesamt sollen der Genfer Staatsanwaltschaft 154 Geschädigte bekannt sein. Die entstandene Schadenssumme beläuft sich auf knapp zwei Millionen Franken (rund 2,18 Millionen Euro).

Smartphone-Einstellung gegen SMS-Blaster

Die aktuell gemeldeten Vorfälle ereigneten sich in der Schweiz, doch SMS-Blaster können auch in Deutschland zum Einsatz kommen. Wer vorsorgen möchte, kann auf seinem Android-Smartphone 2G in den Einstellungen deaktivieren. Da sich die Nutzeroberflächen unterschiedlicher Hersteller jedoch voneinander unterscheiden, raten wir dazu, im Suchfeld der Einstellungen schlicht nach „2G“ zu suchen. iPhone-Nutzern ist es derweil nicht möglich, 2G zu deaktivieren, ohne weitere Funktionen einzuschränken.

Einstellungen eines Smartphones
2G-Einstellung auf einem Android-Smartphone Image source: Artem Sandler / inside digital

Der Nachteil bei einer 2G-Abschaltung wäre der, dass in manchen Regionen ohne 3G-, 4G- und 5G-Antennen der Zugang zum Netz erschwert würde. Im Gegensatz zu anderen Ländern kommen 2G-Mobilfunknetze hierzulande nämlich nach wie vor zum Einsatz. Allerdings haben Telekom und Vodafone bereits angekündigt, ihre 2G-Netze voraussichtlich im Jahr 2028 abzuschalten.

Schild Halteverbot, Falschparker

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