
Das klassische Telefon über die Kupferleitung hat bei der Telekom ein Ablaufdatum. Der Konzern stellt seine alten Telefonanschlüsse nach und nach um, rund 1,3 Millionen sind es insgesamt. An ihre Stelle tritt bei vielen eine neue Telefon-Box: „Call Connect via Funk“. Sie ersetzt die Telefonleitung durch Telefonie über das Mobilfunknetz. Die vertraute Festnetznummer bleibt erhalten. Es ist nicht die erste Umstellung dieser Anschlüsse. Vor etwa einem Jahrzehnt begann die Telekom, die echten analogen Anschlüsse zu digitalisieren. Während das bei DSL-Anschlüssen mit Telefon einfach war und der DSL-Anschluss zum Telefonieren genutzt werden konnte, brauchten reine analoge Anschlüsse eine Art Internetanschluss im Netz. Diese als MSAN-POTS bezeichnete Technik kommt aber nun ihrem Lebensende näher. Ersatzteile gibt es kaum noch. Die Telekom will sie abschalten.
Wer betroffen ist
Die Umstellung betrifft vor allem Menschen, die ihren Anschluss nur noch zum Telefonieren nutzen. Häufig sind das ältere Kunden mit analogem Anschluss. Viele von ihnen wollen sich mit der Technik nicht mehr befassen. Also übernehmen das oft die Kinder oder Enkel. Vielleicht also du.
Alle auf einmal trifft es nicht. Die Umstellung läuft schrittweise. Zuerst sind vor allem Anschlüsse dran, an denen es ohnehin schon zu Störungen kommt. Statt die MSAN-POTS-Technik instand zu setzen, schaltet man die Kunden um. Insgesamt geht es um 1,3 Millionen Anschlüsse.
Warum die Technik verschwindet
Hintergrund ist, wie erwähnt, die Abschaltung der alten Anschlusstechnik. Sie lässt sich kaum noch instand halten, Ersatzteile fehlen. Rund 1,3 Millionen Anschlüsse stellt die Telekom deshalb auf andere Technik um, neben der Funk-Box auch auf Glasfaser (FTTH) und DSL.
So funktioniert die Box
Die Box kommt in die Steckdose. Das Telefon steckt man wie gewohnt in die mittlere TAE-Buchse. Der Anruf läuft danach nicht mehr über die Telefonleitung, sondern über das Mobilfunknetz, konkret über 4G/LTE. Eine SIM-Karte muss niemand einlegen. Voraussetzung ist natürlich, dass das Mobilfunknetz der Telekom am Standort der Steckdose stark genug ist. Bedenken sollten die Nutzer auch, dass mit der Nutzung eine Steckdose verloren geht. Das kann beispielsweise bei einem DECT-Telefon relevant sein, das ebenfalls Strom braucht.
Laut Telekom ist die Einrichtung nach rund 15 Minuten erledigt, die Rufnummer wird automatisch übernommen. Für ein- und ausgehende Gespräche bleibt alles beim Alten. Anschließen lässt sich die Box ohne Technikerbesuch, das kannst du selbst erledigen.
Was die Box kostet
Die Box kostet 3,95 Euro im Monat oder einmalig 99,99 Euro. Dazu kommt ein Tarif. „Call Basic via Funk“ bietet 120 Freiminuten für 22,95 Euro im Monat, „Call Comfort via Funk“ eine Flatrate ins deutsche Festnetz für 32,45 Euro. Internet ist in beiden Tarifen nicht enthalten. Zusammengerechnet sind das 26,90 Euro im Monat für die Basisvariante und 36,40 Euro für die Flatrate.
Finanziell ergibt die Nutzung eines solchen Anschlusses kaum Sinn. Für 20 Euro monatlich bekommst du bereits einen DSL-Anschluss mit 16 Mbit/s und Telefonflatrate. Doch gerade für Senioren ist ein solcher Anschluss oftmals zu kompliziert.
Worauf du achten musst
Zwei Dinge sind wichtig. Erstens: Aktiv werden müssen deine Eltern nicht. Die Telekom meldet sich und prüft vorab, welche Lösung am Standort funktioniert. Zweitens, und das ist der heikle Punkt: Hängt am Anschluss ein Hausnotruf, eine Alarmanlage oder ein anderes Sonderdienstgerät, läuft das nicht automatisch weiter. Ob es über die Funk-Box funktioniert, muss mit dem jeweiligen Anbieter geklärt werden. Gerade beim Hausnotruf solltest du das nicht dem Zufall überlassen. Und: Bei einem Stromausfall in der Wohnung funktioniert der Telefonanschluss nicht mehr. Das ist bei bisherigen analogen Telefonanschlüssen anders. Der Stromverbrauch liegt laut Telekom bei unter 2,2 Watt.
Am Telefonieren selbst ändert sich wenig. Hörer abnehmen, wählen, klingeln. Nur der Weg dahin ist ein anderer. Und das Nachfragen beim Notrufanbieter bleibt an dir hängen.
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