Press ESC to close

Was bei Roborocks Mähroboter-Debüt deutlich wurde

Roborock zählt seit Jahren zu den stärksten Marken im Saugroboter-Segment. Jetzt versucht das Unternehmen, diese Kompetenz in unterschiedlichen Preisklassen auf den Garten zu übertragen. Ist Roborock der Sprung vom Haus in den Garten gelungen?

Was Roborock auf Anhieb richtig macht

Im Test des Roborock RockMow Z120 Lidar dauert es nicht lange, bis deutlich wird, worin die Stärken des Geräts liegen. Roborock setzt beim Top-Modell auf eine Kombination aus Allrad, aktivem Lenksystem und gefederter Plattform. Das Ergebnis ist einer der geländetauglichsten Mähroboter auf dem Markt. Die maximal mögliche Steigung gibt Roborock mit 80 Prozent an. Zum Vergleich: Der Mammotion Luba 3 AWD (Test) schafft laut Herstellerangabe die gleiche Steigung, der Navimow X420 im Test sogar 84 Prozent. Lediglich der Lymow One Plus toppt auf dem Papier alle genannten Mähroboter.

Mähteller des Roborock RockMow Z120 Lidar Image source: Thomas Kern / inside digital

Besonders ist zudem das schwebende Mähdeck, das sich dynamisch an den Untergrund anpasst. Beim RockMow Z120 Lidar ist das bei einem 2.699-Euro-Gerät erwartbar. Dass Roborock dieses Feature auch beim 799 Euro teuren RockNeo Q105 verbaut hat, hat mich im Test überrascht. Wie schon beim RockMow Z120 Lidar zeigt sich der RockNeo Q105 solide, wenn es um die Geländetauglichkeit geht. Beim Mittelklasse-Modell sind 45-Prozent-Steigungen möglich.

An der Verarbeitungsqualität gibt es bei beiden Modellen wenig auszusetzen. Roborock bringt die gleiche Sorgfalt mit, die man von den Saugrobotern des Herstellers kennt. Das Mähdeck des RockMow Z120 Lidar, mit sechs Klingen und einer Schnittbreite von 24 cm, liefert in der Praxis ein sauberes Schnittbild bei einer anpassbaren Schnitthöhe zwischen 2 und 7 cm.

Rückseite des Roborock RockNeo Q105
Rückseite des Roborock RockNeo Q105 Image source: Thomas Kern / inside digital

Beim RockNeo Q105 zeigt sich ein ähnliches Bild, wenn auch in kleinerem Maßstab. Drei Klingen und eine 22-cm-Schnittbreite klingen bescheidener, doch auch hier ist das Mähergebnis gut: Das Gras wird so fein gehäckselt, dass es als natürlicher Dünger auf dem Rasen liegen bleibt.

Wo Roborock in der zweiten Generation nachbessern muss

Die Navigation und Hinderniserkennung sind für Roborock-Saugroboter ein gefühltes Heimspiel. In so ziemlich jedem Saugroboter-Test habe ich diese als eine der großen Stärken der Geräte bezeichnet. Umso überraschender ist es, dass ausgerechnet das die größte Schwäche bei den Roborock-Mährobotern ist. Vor allem die Busch- und Strauch-Erkennung funktioniert bei beiden Modellen, auch nach diversen Software-Updates, bisher nicht fehlerfrei.

Linse des Roborock RockMow Z120 Lidar
Linse des Roborock RockMow Z120 Lidar Image source: Thomas Kern / inside digital

Das andere Problem ist der Kantenschnitt. Zugegeben, ein Problem, das nur wenige Modelle bislang gelöst haben. Hier lohnt sich ein Blick in die Liste der Mähroboter, die den besten Kantenschnitt bieten. Roborock bietet, wenn auch nur separat für 150 Euro, ein Kantenschnittmodul. Im Prinzip kannst du es dir wie einen zweiten Mähteller vorstellen. Auch wenn ich kein Fan davon bin, dass Roborock das Zubehör nicht von vornherein im Lieferumfang inkludiert, lohnt sich die Anschaffung in beiden Fällen. Bei beiden Roborock-Mähern blieb im Test, dank des Moduls, nur noch ein Restabstand von 3 cm.

Eine weitere Stärke bei Saugrobotern von Roborock sind die App und die Funktionen, die der Hersteller bietet. Ausgerechnet das ist eine Schwäche beim RockNeo Q105. Denn die Software ist recht funktionsarm. Mährichtung einstellen und Mähpläne festlegen, das geht. Die Schnitthöhe lässt sich jedoch nur am Gerät selbst einstellen und nicht per App. In dieser Disziplin hat der 500 Euro teure RoboUp Raccoon 2 SE im Test gezeigt, wie viele Anpassungsmöglichkeiten zu einem geringen Preis möglich sind.

Roborock-Mähroboter: Nicht fehlerfrei, aber mit eindeutigen Prioritäten

Roborock gelingt mit den ersten Mährobotern ein solides Debüt auf dem Rasen. Der Z120 Lidar hat was von einem Geländewagen. Denn die Kombination aus Allrad, aktiver Lenkung und Lidar-Navigation macht ihn zu einem der geländetauglichsten Modelle auf dem Markt.

Der RockNeo Q105 trifft die Mittelklasse mit einem attraktiven Preis und einer Hardware, die über dem Niveau dieser Preisklasse liegt, allen voran das schwebende Mähdeck. Dass Roborock ausgerechnet bei der Software spart, überrascht bei einem Hersteller, dessen App-Kompetenz aus dem Saugroboter-Segment als überdurchschnittlich gilt. Hier liegt die größte Chance für Verbesserung.

Roborock RockNeo Q105 Voderseite
Roborock RockNeo Q105 Vorderseite Image source: Thomas Kern / inside digital

Preislich positioniert sich Roborock im Premium-Segment nicht optimal. Denn der RockMow Z120 Lidar kostet 2.699 Euro und somit 200 Euro mehr als der beste Mähroboter für große Gärten im Test. Hinzu kommen 150 Euro für das optionale Kantenschnittmodul. Beim RockNeo Q105 für 799 Euro sieht die Rechnung besser aus. Selbst wenn du das Kantenschnittmodul dazukaufst, bekommst du für insgesamt 950 Euro ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

In Summe stimmt die Marschrichtung, die im Prinzip dem Weg auf dem Saugroboter-Markt gleicht. Roborock will keine Roboter bauen, nur um zu behaupten, dass sie welche bauen, sondern versucht, Modelle auf den Markt zu bringen, die Kundenprobleme lösen. Wenn Roborock in der nächsten Generation die Software auf das Niveau der Hardware bringt, wird aus dem soliden Debüt ein ernstes Problem für die Konkurrenz.

Mähroboter: So hängt ein Hersteller etablierte Marken ab

Jetzt weiterlesen

Mähroboter: So hängt ein Hersteller etablierte Marken ab

Materia original link

Deixe um comentário

O seu endereço de e-mail não será publicado. Campos obrigatórios são marcados com *